Wildschweine

Wildschweine (sus scrofa) zählen in unseren Breiten zu den am häufigsten vorkommenden Wildtieren im Wald und sind in ganz Europa und Asien verbreitet. Mittlerweile trauen sie sich aus den Wäldern immer näher an den Menschen heran. Insbesondere der Anbau von Mais hat zu einer Zunahme ihrer Population geführt. Sie bilden die Stammform des Hausschweins, werden als Paarhufer und Allesfresser eingestuft. Beim Wildschwein handelt es sich um die Stammform des Hausschweines.

Es werden einige Arten unterschieden. Innerhalb der Gattung “Sus” ist dabei das Zwergwildschwein die am nächsten verwandte Art. Darüber hinaus werden auch Bart- und Pustelschwein zur Gattung gezählt. Ob es aber tatsächlich eine innere Verwandtschaftsbeziehung gibt, ist derzeit noch ungeklärt.

Wildschweine vs. Hausschweine

Das Wildschwein, das ein Gewicht von bis 150 Kilogramm erreichen kann, besitzt im Gegensatz zum Hausschwein ein Fell mit stärkeren Borsten in dunklerer Farbe und ist wesentlich massiger. Weil die Färbung von grau über hellbraun bis schwarz erreichen kann, werden Wildschweine auch Schwarzwild oder “Schwarzkittel” genannt. Im Herbst bekommen Wildschweine ihre Winterbehaarung, werden sehr dunkel von grau bis braun und haben Wollhaare zum besseren Erhalt der Körperwärme. Das Sommerfell ist weniger dicht, da es nicht über Wollhaare verfügt. Frischlinge unterscheiden sich in der Körperfarbe durch die bekannten Streifen im Fell.

Das Wildschwein – ein wahrer Kraftprotz

Das Wildschwein – ein wahrer Kraftprotz

Die männlichen Exemplare, die Keiler, sind an den großen Eckzähnen, den Hauern, zu erkennen. Bei den weiblichen Bachen hingegen fehlen sie. Die Jungtiere heißen Frischlinge. Ihr Fell leuchtet in den ersten Monaten in hell-gestreifter Färbung.

Wildschweine sind soziale Tiere

                                                                                                  Wildschweine sind vor allem eines: sozial lebende Tiere. Sie leben meist in Rotten, die in der Regel aus weiblichen Tieren sowie deren Nachkommen bestehen. Die Männchen spielen in einer Rotte keine Rolle. Jungkeiler werden bereits mit Erreichen der Pubertät nach etwa einem Jahr aus der Rotte vertrieben. Sie streifen dann als Einzelgänger durch die Gegend oder schließen sich lediglich zur Paarungszeit anderen Verbänden an.

Im Alter zwischen fünf und sieben Jahren gilt das Wildschwein als physisch ausgewachsen. Nur wenige Exemplare erreichen allerdings dieses Alter. Vor allem bei Jungtieren ist auch in unseren Breiten die Sterblichkeit sehr hoch. Kaum ein Individuum erreicht das vierte Lebensjahr. Eine weit höhere Lebenserwartung haben die Tiere jedoch in Gefangenschaft. Oftmals werden sie hier bis zu 20 Jahre alt.

Vorsicht Wildschweine!

Wildschweine kommen sehr massig und klobig herüber, was durch ihre kurzen Beine noch verstärkt wird. Allerdings täuscht dieser Eindruck, denn sie sind sehr wendig, können schnell laufen und gut schwimmen. Sie würden von sich aus und ohne Grund den Menschen nicht angreifen.                                      

Haben sie jedoch Jungtiere, so sind sie an deren Schutz interessiert und wer ihnen da zu nahe kommt, den können Wildschweine umrennen oder auch beißen.

Den Nachwuchs von Wildschweinen nennt man Frischlinge

Den Nachwuchs von Wildschweinen nennt man Frischlinge

Deshalb heißt es: Vorsicht im Umgang mit diesen Tieren. Sieht man ein Wildschwein oder ein ganzes Rudel von ihnen, versucht man sie am Besten zu ignorieren und wegzulaufen. Dabei sind hektische Bewegungen zu vermeiden, da sie wilden Tieren Angst einjagen können. Selbst wenn man ungewollterweise in eine Wildschweinfamilie gerät gilt es, Ruhe zu bewahren und sich so gelassen wie möglich aus der Reichweite zu entfernen.

Allesfresser ohne Angst vor Menschen

Wildschweine sind vor allen Dingen äußerst anpassungsfähig und gelten als Allesfresser. Sie fressen alles von Wurzeln und Pilzen auf dem Waldboden angefangen über Wasserpflanzen und Gräser bis hin zu Aas und Jungtieren. Im Herbst bevorzugen sie Eicheln und Bucheggern als Energiequelle. Da sie zum Teil gefüttert werden und die Bequemlichkeit des Bedientwerdens zu schätzen wissen, trauen sich sich immer näher an die Menschen und ihre Behausungen heran. So gibt es derzeit etwa 10000 Tiere rund um Berlin, die in Parks und Gärten leben und den Abstand zum Menschen immer mehr verkürzen. Dabei ist enorme Vorsicht geboten, da Wildschweine auch als Überträger von Krankheitserregern wie der Schweinepest bekannt sind.

Allerdings: Durch den verstärkten Anbau von Mais nehmen sie derzeit verstärkt zu und wandern oftmals in besiedelte Bereiche ein, wo sie mitunter größere Flurschäden anrichten. Weil die natürlichen Feinde wie Wolf, Bär oder Tiger in unseren Breiten mehr oder weniger ausgerottet sind, fällt der Abschuss den Jägern in den einzelnen Jagdrevieren zu. Dies geschieht nach festgelegten Abschussplänen. Wildschwein zählt inzwischen zu einer Wilddelikatesse. Das Fleisch lässt sich wunderbar vermarkten.

 

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